Hey du,
ich möchte heute über ein Thema sprechen, das mir im Laufe der Zeit wichtig geworden ist.
Es geht darum, warum wir oft Verhalten reflektieren und wieso das eigentlich nie die richtige Art und Weise ist, nonverbal zu kommunizieren und Auseinandersetzungen zu führen.
(Dabei muss beachtet werden, dass man aus erziehungstechnischen Gründen des Öfteren das Verhalten des Kindes oder Teenagers reflektiert, um einem bewusst zu machen, was man eigentlich getan oder gesagt hat…und das macht Sinn. Aber das meine ich hier nicht.)
Ich befinde mich manchmal dort, wo ich anfange, mein Verhalten so zu begründen, dass es auf dem Verhalten des anderen basiert… oder weil ich auch so behandelt wurde und so weiter. Ich empfange keine Liebe und folglich “kann” ich auch keine Liebe weitergeben. Ich empfange destruktive Kritik und bin so “verpflichtet” auch Kritik zu üben… aber das stimmt nicht. Ich entscheide mich immer dazu, wie ich handle und was ich sage. Mein Verhalten kann nicht zwangsläufig damit begründet und verteidigt werden, dass der andere mich auch so behandelt hat oder dass ich aus anderer Quelle einst keine Liebe empfangen habe.
Die Entscheidung, wie man handelt, treffen wir aus dem Herzen, was im griechischen immer in Verbindung mit dem Willen und Wollen einer Person stand. Das Herz ist genau das, woraus unsere Missgunst und unser Groll dieser einen bestimmten Person gegenüber kommt… weil wir ihn nicht lieben wollen.
Ich muss mich nicht unbedingt danach fühlen, den anderen lieb zu haben um ihm Gutes zu wünschen oder zu tun. Ich entscheide mich dafür, oft auch ohne Gefühle.
Das Problem der Reflektion des Verhaltens anderer ist, dass ich ständig damit beschäftigt bin, Menschen das spüren zu lassen, was mir zugefügt wurde und ich so nicht dazu bereit bin, Liebe zu verbreiten, auch wenn ich diese nicht empfangen habe. Wenn jeder nur handelt, indem er sich genauso verhält, wie er behandelt wurde, wird es nur dann Liebe geben, wenn sich der eine dafür einsetzt, dass Liebe verbreitet wird und sein Gegenüber wird lediglich diese Liebe reflektieren, ohne darauf zu achten, selbst Liebe zu bringen und sich zu investieren.
Beim Reflektieren passiert es leicht, dass der Spiegel nicht richtig eingestellt ist und ich jemanden mit den Strahlen treffe, welche nicht von dieser Person ausgegangen sind. Man erlebt dann nur noch mehr Frust und Ärger und befindet sich so in einem Kreislauf, der nie endet, wenn keine Liebe von mir ausgeübt werden kann. Ich werde immer einen Grund finden, warum ich Kritik üben könnte, warum ich es doch besser und schöner machen könnte und warum ich dem anderen zum Beispiel keine Anerkennung gönne. Ich finde immer gute Gründe, warum ich nicht liebevoll reagieren kann. Dabei sehe ich meinen eigenen Schmerz, gegründet auf das, was ich erlebt habe. Ich sehe, wie ich verletzt wurde und finde aber keine Heilung… deshalb muss ich meinen Gegenüber angreifen, denn sonst könnte es sein, er erkennt mein Problem und verletzt mich dann noch mehr. Ich finde aber so keine Heilung und bekomme nicht, was ich eigentlich brauche.
Es verschlimmert nur meinen Zustand noch mehr und ich zerstöre damit, gewollt oder ungewollt Beziehungen, die mir einst sehr wichtig waren. Je länger jemand in dieser Schlaufe steckt, desto schwieriger wird es wieder herauszufinden, denn ich müsste grundlegend zugeben, dass ich falsch lag und dass ich Schaden angerichtet habe.
Wir alle, jeder einzelne von uns hat es verdient, geliebt zu werden… und wir werden bereits von unserem Vater im Himmel geliebt. Dennoch sind wir dazu aufgerufen, Liebe untereinander zu zeigen und Liebe zu verbreiten… indem wir hinschauen auf den, der uns zuerst geliebt hat. Von IHM kommt diese Liebe, die ich verbreiten und weitergeben kann. In ihm ist die Quelle der Liebe und es ist reines Gift, Beziehungen ohne jegliche Liebe oder Anerkennung zu führen. Wir brauchen es geliebt zu werden und selbst Liebe zu geben… Jeder braucht Liebe, denn nur Liebe macht das Herz wirklich froh und zufrieden.
Lasst uns Liebe verbreiten, denn wir sind geliebt von Jesus, von unserem Vater im Himmel… und diese Liebe ist unabhängig davon, was ich mir vielleicht selbst vorhalte und mich dafür verurteile. Wir werden Gottes Liebe, als seine Kinder, niemals verlieren… das ist ein Versprechen! (Römer 8,38-39)
mit herzlichen Grüßen,
Carolin
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