Ehrlich gesagt hat mir lange das Statement von Jesus in Johannes 10,14 “Ich bin der gute Hirte.” nicht viel gesagt. Ich meine es klingt so standardmäßig, ist nicht wirklich etwas besonderes und ich persönlich kann mit Licht, Wahrheit, Auferstehung und dem wahren Weinstock viel mehr anfangen, als wenn Jesus sagt, Er sei der gute Hirte.
Letztens haben wir eine Ausarbeitung schreiben müssen, eine Art Andacht über eines der sieben “Ich bin…” Aussagen Jesu im Johannesevangelium – und welches habe ich genommen… den guten Hirten, warum? Ehrlich gesagt weiß ich nicht, warum ich anfangs diese Aussage genommen habe, doch als ich am schreiben, formulieren und auslegen war, wurde mir immer klarer warum ich im Eigentlichen diese Aussage genommen habe. Nicht, weil es anfänglich mein Lieblingsstatement von den “Ich bin…” Aussagen war, sondern vielmehr, weil ich selbst daraus so viel lernen sollte, für mich selbst so viel herausnehme und sich all das als tiefe Wahrheit in mir festsetzt. Wunderbar, wenn der Heilige Geist mir diese Wahrheit bestätigt und es mehr und mehr Realität wird.
Ich bin… sagt Jesus und Er nimmt damit etwas in Anspruch für sich selbst, was auf menschlicher Ebene erstmal bewiesen werden muss. Doch bezogen auf Jesus wissen wir, dass alles was Er sagt absolute Wahrheit ist… Deshalb nehme ich diese Aussage an, auch wenn ich zuerst vielleicht nicht direkt den Beweis hierfür sehe, aber Jesus hat es gesagt und Er wird zu seinem Wort stehen, soviel steht sicher.
Interessant war es für mich zu sehen, dass wenn man die Aussage im Kontext betrachtet, die Bestätigung der Worte Jesu in der Begebenheit direkt erkennbar sind.
In Johannes 9 lesen wir die Geschichte des Mannes, der blind geboren war und von Jesus geheilt wurde, es gab hier ein ziemliches Hin- und Her bis die Pharisäer ihn schließlich aus der Synagoge rauswarfen. “Jesus hörte, dass sie ihn hinausgeworfen hatten; und als er ihn fand, sprach er zu ihm…” (Johannes 9,35). Jesus bekommt mit, dass die Gelehrten diesen Mann aus dem damaligen sozialen, religiösen Kreis rausgeschmissen haben… und Jesus geht, sucht diesen Mann, findet ihn dann und spricht mit ihm. Bestätigt, ermutigt und aufgebaut wird dieser Mann durch die nächsten Worte, die Jesus ihm zuspricht. Jesus bestätigt den Glauben des Mannes, offenbart ihm, dass Er der Sohn Gottes ist und ermutigt Ihn sich an das Wunder zu erinnern, das er erlebte. Man kann annehmen, dass der Mann nach dem Rauswurf aus der Synagoge geknickt und wirklich zerstört war, denn wohin sonst sollte er gehen um Gott anzubeten? Und hierauf reagiert Jesus so liebevoll, barmherzig… Er sieht diesen Mann, baut ihn auf.
Jesus ist der Gute Hirte.
Das ist der Beweis, die Bestätigung seiner Aussage, die erst in der Passage darauf folgt. Was Jesus gegenüber diesem Mann getan hat, ist genau, was ein Hirte gegenüber seinem Schaf tun würde – im übertragenen Sinne. Jesus bestätigt und begründet seinen Anspruch der Gute Hirte zu sein, bevor Er überhaupt diesen Anspruch erhebt.
Jesus sagt nicht nur einfach, dass Er “ein” Hirte ist… Er ist “der” “gute” Hirte. Jesus ist der einzige, der dieses Bild des Hirten vollkommen ausfüllt und diesem Anspruch gerecht wird. Jesus bezeichnet sich als den guten Hirten, vielleicht weil es einfach zu viele “schlechte” Hirten gibt, die – wie in Hesekiel 34 beschrieben – nur für ihren eigenen Profit diesen “Job” machen.
Jesus ist ultimativ der Gute Hirte, weil Er Seine Schafe ans Ziel bringen wird, egal, was sie erleben müssen oder was auch immer kommen wird. Er ist der Gute Hirte heute, Er wird mein Guter Hirte bis in Ewigkeit sein und Er wird dafür sorgen, dass ich bei Ihm ankomme.
Wenn sich Jesus als der Gute “Hirte” bezeichnet, dann ist es sinnvoll sich genauer anzuschauen, was es bedeutet, Hirte zu sein – Jesus spricht genau hiervon in den darauffolgenden Versen, nach seinem Anspruch, der Gute Hirte zu sein.
Es gibt so viel, ja fast zu viel über diesen Begriff des Hirten und seiner Beziehung zur Schafherde zu sagen… dafür reicht dieser Beitrag aber leider niemals aus.
Menschen, die von der Kirche verletzt wurden, unter dem System der Religion, in einer Gemeinde, gelitten haben, sind oft die bittersten, härtesten Menschen und ich verstehe das, zumindest kann ich es ansatzweise nachvollziehen.
Aber… die Kirche, diese Gemeinde ist nicht Jesus und Jesus ist nicht wie diese Kirche oder Gemeinde geschweige denn wie diese Ältesten von hier oder dort.
Jesus ist Jesus.
Jesus ist so viel mehr, so viel größer, so viel besser und so viel wunderbarer als alles, was die Kirche, eine Gemeinde, sein kann. Jesus ist der Gute Hirte.
Seine Schafe stehen unter seiner souveränen Herrschaft, unter seinem mächtigen Schutz, werden von ihm geführt. Er sorgt für seine Schafe, erzieht diese liebevoll, füttert sie und liebt sie verständnisvoll. Jesus weiß, wer wir sind und wie es ist, dieses Leben zu leben.
Wie dankbar ich bin, zu Seiner Herde zu gehören, mir meines ewigen Zuhauses bei Ihm sicher sein zu können, denn Er bringt mich ans Ziel, in Ewigkeit mit und bei Ihm zu sein.
ER kümmert sich.
ER ist der Gute Hirte.
Ich stehe unter Seinem Schutz.
Ich gehöre ganz Ihm.
Wie schön sich dessen sicher sein zu können, in Jesus – seid lieb gegrüßt,
Carolin
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