Ich möchte unbedingt seine Herrlichkeit-suchend-leben…
In Epheser 3, 20 – 21 schreibt Paulus, dass „[D]em aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Maßen mehr, als wir erbitten oder erdenken, gemäß der Kraft, die in uns wirkt, […] sei die Herrlichkeit in der Gemeinde und in Christus Jesus auf alle Geschlechter hin von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“
Ihm, der alle Macht besitzt und vollständig, vollkommen souverän ist, gehört mein Lob, Ihm gebührt alle Herrlichkeit und zu Seiner Ehre möchte ich leben – weil Er herrlich ist.
Herrlichkeit ist ein Begriff, der meiner Ansicht nach oft mit wenig tiefer Bedeutung verwendet wird. Herrlich ist etwas, vor dem wir staunend stehen können und etwas, voran wir uns erfreuen in der Hinsicht, dass es uns besonders schön und wunderbar erscheint.
In der gleichen Weise ist auch Jesus für mich absolut herrlich.
Doch anders als bei allen anderen Dingen, die ich als herrlich bezeichnen würde, kann ich Jesu Herrlichkeit durch Sein Wort, durch die Natur und sehr sehr viele andere Dinge sehen und erleben… und daran meine Freude haben, durch welche ich erfüllt werde. Dabei habe ich nicht einfach meine Freude an anderen Dingen, weil diese so schön und herrlich sind, sondern ich freue mich an Jesus durch diese Dinge, die ich erlebe.
Als ich von diesem Prinzip las – John Piper schreibt darüber in seinem Buch „When I don‘t desire God – how to fight for joy“ – erschloss sich mir sehr vieles, worüber ich in der Vergangenheit nicht einmal nachdachte. Vorallem erstaunte mich seine Ausführung darüber, Jesu Herrlichkeit in wirklich „normalen“ alltäglichen Dingen zu sehen und wieder und wieder erstaunt zu sein über scheinbar Normales.
Er schreibt davon, dass vor allem Kinder diese erwartungsvolle, begeisterte Art haben, nicht nur Neues zu entdecken, sondern auch ihren Alltag zu genießen, sich wiederholt über Dinge zu freuen, die eigentlich normal, alltäglich und banal sind. Als Erwachsene verlernen wir zu schnell diese grundlegende, erwartungsvolle und begeisterte Art an Natur und den alltäglichen Schönheiten, die uns begegnen.
Was aber, wenn wir uns bewusst wieder dazu entscheiden würden, Dinge mit einer begeisterten Haltung zu erleben, die eigentlich selbstverständlich sind und wieder und wieder uns an Dingen freuen, nicht alleine weil die Sache an sich herrlich ist, sondern weil Jesus, der Schöpfer, wunderbare Herrlichkeit besitzt und wir vor Ihm staunend stehen, uns an Ihm freuen und Ihn damit wieder und wieder als wunderbar deklarieren…
Weiter schreibt Piper darüber, dass Er sich denken kann, dass Gott diese kindliche Art hat, mit schönen Dingen umzugehen. Wieder und wieder lässt Er einen Sonnenuntergang entstehen, einen Regenbogen malen und Blumen erblühen… mit derselben Begeisterung, wie beim ersten Mal, als Er diese kleinen Schönheiten an Natur erschuf – vermutlich.
Ich dachte für mich selbst, dass ich an einen Punkt gekommen bin, an dem es nichts mehr besonderes ist über dies oder jenes etwas Neues zu erfahren, einen bewölkten, rosa gefärbten Himmel zu sehen, einen eher blassen Regenbogen zu entdecken oder mir eine Rose anzusehen. Doch finde ich diese Einstellung nicht deshalb „falsch“, weil die Dinge selbst bestaunt werden sollten – sondern weil unser Schöpfer bestaunt werden sollte. Weil Er derjenige ist, der einer Rose ihre einzigartige Form gibt und einen Himmel sich rosa färben lässt.
„Für den direkten Gebrauch der physikalischen Welt in unserem Kampf um Freude mögen wir […] früh genug aufstehen, um einen Sonnenuntergang zu sehen, ein Konzert besuchen, ein historischen Roman lesen, Physik studieren, ein Gedicht auswendig lernen, im Meer schwimmen, […] oder das Finale der Olympischen Gymnastik anschauen. All diese und tausend mehr solcher Dinge sind direkte Wege, die natürliche Welt zu nutzen, um mehr von Gottes Herrlichkeit zu erfassen.“ Seite 190 – Nicht allein die Natur, sondern auch die menschliche Repräsentation dient mir genauso, um mich über Jesus freuen zu können…
In dieser Aufzählung der Dinge, durch welche wir mehr von der Herrlichkeit Gottes erfassen können, die uns aber meist wenig bewusst sind, ist mir vor allem aufgefallen, dass man auch durch das Studium einer Naturwissenschaft mehr von der Herrlichkeit Jesu lernt und erfährt – und auch darüber ins Staunen kommt.
Es tut sich für mich eine neue Welt an Lebenseinstellung auf, wenn ich daran denke, wie sehr mein Alltag (auch im Studium) eigentlich die Suche nach der Herrlichkeit Jesu ist… wie ich mehr von der Komplexität unserer Welt erfahre, die Gott geschaffen hat und mich darin an Jesus erfreuen kann. Ich freue mich dann nicht einfach oberflächlich an Dingen, die ich begreifen darf, sondern an Jesus selbst, der mich dazu befähigt, Dinge zu lernen und zu verstehen.
Natürlich ist mein Alltag nicht zentral die Quelle, durch welche ich die Herrlichkeit Jesu sehen und erleben kann, denn das ist zuallererst Sein Wort, in welchem Er sich offenbart… Dennoch kann die Natur, die Welt in der ich lebe, mit ein Grund für mich sein, mit mehr Freude durch den Alltag zu gehen, denn auch durch wirklich banale, alltägliche Dinge darf ich einen kleinen Teil der Herrlichkeit meines Herrn sehen – und das ist wunderbar. Denn, wie Piper treffend formuliert: „Gott hat uns nicht in diese Welt gestellt, um sie zu ignorieren, sondern um sie weise zu nutzen.“ Seite 192
Jesus fordert uns dazu auf, nach Matthäus 6, 26 – 30 zum Beispiel die Blumen auf dem Feld anzusehen, die sich um nichts kümmern – und dennoch wunderschön gekleidet sind… und Er zieht daraus Rückschlüsse für Seine Fürsorge um uns, Seine Kinder. Ich liebe diese Analogie, denn genau das zeigt mir, wie ich die natürliche Welt sehen und daraus Rückschlüsse ziehen kann, wie herrlich Gott ist.
Wichtig bei all dem ist mir, dass ich auch hier meinen Fokus auf dem habe, dem die Ehre gebührt und dessen Herrlichkeit ich suche… Jesus allein.
Durch Sein Wort lehrt Er mich Dinge, die ich mir nicht erdenken könnte, doch die absolut wahr und unglaublich herrlich sind. Die Bibel ist in erster Linie Sein offenbartes Wort, wodurch ich Ihn kennenlerne und ich bin einfach glücklich mehr und mehr lernen zu können und auch durch vermeintlich normale, alltägliche Dinge Ihn zu sehen und mich an Seiner Herrlichkeit zu erfreuen.
…einfach durch ein paar Gedanken bewegt und von Herzen weitergegeben.
Carolin
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