“Wenn der Herr das Haus nicht baut, vergeblich arbeiten daran die Bauleute; wenn der Herr die Stadt nicht bewacht, vergeblich wacht der Wächter.” Psalm 127, 1
Wenn ER, der Herr, nicht baut, bauen die Bauleute umsonst.
Eine ganze Menge Menschen könnten bauen und arbeiten, aber das wird nichts bringen, denn es kommt auf den einzigen an, der der echte Bauherr und Handwerker ist… derjenige, der alles ins Sein gerufen hat. Er baut.
Wollte ich ein Werk aufrichten, das zur Ehre Gottes gebaut oder errichtet werden soll, dann denke ich an all die Strategien und Überzeugungsversuche, die man startet, damit mein Projekt und Werk finanziert und gegründet und gefördert wird. All das, alle Versuche und Bestrebungen können funktionieren für ein paar Wochen, für ein Jahr… für so lange, bis meine Kraft ausgeht und ich nicht mehr kann oder bis die Gruppe oder gar Menge an Menschen, die mit mir etwas aufgerichtet hat, nicht mehr kann, keine Kapazitäten mehr hat oder einfach die Vision die einst darin steckte verloren hat.
So geschieht es mit sehr vielen Werken, die der Mensch aufbaut oder errichtet – warum? – weil wir Menschen sind, die, wenn sie etwas anfangen, das Ende nicht vorhersagen, geschweige denn bestimmen könnten. Doch bei Gott ist das anders und wie gut, dass es so ist.
Wenn Gott etwas anfängt, etwas baut, ein Fundament legt, dann ist der Ausgang dessen ganz sicher, weil Er, der baut und errichtet, auch fähig dazu ist, zu Ende zu bringen. Ihm fehlt es nicht irgendwann an Motivation, Kraft oder Ausdauer, nein. Er beginnt etwas und bringt das auch zu Ende. Er beginnt zu bauen und bringt diesen Bau auch dazu, vollständig und wunderschön fertiggestellt zu werden.
Der Unterschied zwischen Mensch und Gott besteht darin, dass Mensch unfähig, fehlbar und kurzweilig ist, Gott aber ist absolut fähig, vollkommen heilig und ewig.
In dem Wissen, dass Gott derjenige ist, der das Haus baut, welches seine Gemeinde und die Schar seiner Heiligen beinhaltet, muss ich nun kein “eigenes” Werk aufrichten, mit dem ich ihn verherrlichen will. Ich werde ihn fragen, was er gerade genau baut, wo er was tut und ich bitte ihn darum, dass ich daran mitwirken darf.
Es ist Er, der baut und ich baue mit ihm mit. Nicht andersherum. Ich gehe an seiner Hand, nicht Er an meiner. Ich baue und kämpfe an seiner Seite, nicht Er an meiner. Ich baue an seiner Seite, an seinem Werk, nicht an meinem.
Ich finde, das ist eine ganz andere Perspektive auf das Bauen selbst, auf meine Mitarbeit in seinem Reich, das in den Herzen seiner Kinder errichtet wird. Mir begegnet das immer wieder, wenn ich in der Jungschar in meiner Gemeinde bin und dort Themen halte oder einfach Zeit mit den Kids verbringe. Nicht immer habe ich die Motivation und Ausdauer Freitagnachmittags… doch im Wissen, dass nicht ich diejenige bin, die baut, sondern Er und dass ich einfach an seiner Seite bauen darf, finde ich die Kraft und das Vertrauen darin, dass Er fähig und würdig ist.
Immer wieder brauche ich die Erinnerung daran, dass ich meinen Vater nicht darum bitte, dass er bei dem ist, was ich tue und wirkt durch das, was ich mache… sondern, dass ich ihn darum bitte, dass mir bewusst ist, wessen Werk es ist, an dem ich baue, wessen Haus es ist, an dem ich mitarbeiten darf. Ich bitte meinen Vater darum, mir zu zeigen, was gerade dran ist und gerade notwendig ist, wo Er gerade am bauen ist… und daran möchte ich mitbauen. Denn Sein Werk hat Bestand. Das ist das Werk, das sich lohnt, mit zu bauen und zu errichten.
In Pslam 147, 2 – 5 wird weiter die Thematik entfaltet und hier schreibt der Heilige Geist: “Der Herr baut Jerusalem, die Vertriebenen Israels sammelt er; der da heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und ihre Wunden verbindet; (…) Groß ist unser Herr, und groß an Macht; seiner Einsicht ist kein Maß.”
Hier wird nochmal deutlich, dass der Herr baut. Betrachtet man die Verse genauer, dann fällt auf, was der Herr baut. Es ist keine physische Stadt, wie das irdische Jerusalem. Es ist eine geistliche Stadt, das himmlische Jerusalem, seine Gemeinde. Das wird dadurch deutlich, dass hier von zerbrochenen Herzen die Rede ist, die von ihm geheilt werden und von Wunden, die verbunden werden. Es geht um Menschen, um das Herz der Menschen… es geht um ein Reich, das in den Herzen der Seinen errichtet wird. “Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist” Römer 14, 17. Das Reich ist nicht von dieser irdischen, physischen Welt, es ist von der geistlichen, himmlischen Welt.
Deshalb kann auch niemand das Reich Gottes einfach sehen oder simpel begreifen, sondern nur die, die diese Dinge geistlich verstehen… und dazu braucht es den Heiligen Geist.
Jesus baut nicht nur seine Gemeinde (wie er in Matthäus 16, 18 sagt), sondern er bewacht auch seine Stadt, wie es im Psalm heißt: “wenn der Herr die Stadt nicht bewacht, vergeblich wacht der Wächter.”
Der Herr baut und bewacht und beschützt damit die Seinen. Die Stadt an sich ist die Gemeinde, dort, wo Gott angebeten wird, das himmlische Jerusalem. Einmal wird es als Haus bezeichnet, als Ort des Zusammenlebens und der Gemeinschaft, der familiären Umgebung und ein anderes Mal wird es als Stadt beschrieben, als größeren Raum, indem man zusammenlebt und Gemeinschaft pflegt.
Wenn Er, der Herr, das Haus baut und die Stadt bewacht, dann können die Bauleute mit Freuden und Zuversicht bauen und die Wächter mit Ausdauer und voller Hoffnung die Stadt bewachen… denn sie sind darin nicht allein. Der Herr baut und bewacht. Die Arbeiter, die Bauleute wie auch die Wächter bauen und bewachen nur mit Ihm mit und deshalb ist ihre Arbeit nicht vergeblich.
Wie herrlich, wieder daran erinnert zu werden, auf wen es ankommt und welches Werk sich lohnt zu bauen. Ich bin Jesus einfach unglaublich dankbar dafür, dass Er mich lehrt. Das ist so so gut.
…von Herzen,
Carolin
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