Jeder von uns hat schon geweint… Weinen ist menschlich. Gerade weil Weinen menschlich ist, finde ich es wichtig, darüber zu schreiben… Jesus hat geweint (Johannes 11,35 / Lukas 19,41) und Er versteht diese Emotionen, mit denen wir oft kämpfen, Er ist mitfühlend und barmherzig (Matthäus 9,22+25 / 12,20 / 15,32 / Johannes 8,10+11+15).
Ich habe einiges über das Weinen gelernt und die fünf wichtigsten Dinge davon möchte ich gerne mit dir teilen…
- Weinen ist nicht immer richtig
Manchmal habe ich geweint, weil ich mich zurückgesetzt fühlte und mich somit selbstmitleidig zurückzog – das ist nicht richtig gewesen. Diese Tränen waren zwar nicht falsch, aber sie führten auch zu nichts Gutem. Gleich wie selbstmitleidige Tränen, gibt es Tränen der Wut. Manchmal weinen Menschen aus Wut, weil sie verzweifelt versuchen Recht zu behalten – auch diese Tränen sind nicht fördernd und führen nur zu mehr Selbstgerechtigkeit und Stolz.
Tatsächlich gibt es Menschen, die ohne einen Grund weinen können, nur um entweder Aufmerksamkeit oder Mitleid zu bekommen. Auch dieses Weinen ist nicht das, über welches ich schreiben möchte – es gibt auch hier keinen guten Ausgang auf lange Sicht.
Das Weinen eines trauernden / verzweifelten / zerbrochenen und aufrichtigen Herzens… Jemand, der aufrichtig und ehrlich zu sich selbst ist – selbstreflektiert Dinge angeht – weint anders… Ein aufrichtiges Herz kann verzweifelt weinen und dann gestärkt davongehen, weil es weiß, dass ER – Jesus – es hört, auch wenn es die Worte nicht aussprechen kann. Jesus sieht jede einzelne Träne – das allein als Wahrheit zu hören und zu glauben hilft.
- Es ist okay, einmal nicht stark zu sein
So wichtig und richtig es ist, stark zu bleiben und durchzuhalten, Verantwortung zu übernehmen, wo es gebraucht wird und diese Tugenden zu lernen, so wichtig und betonenswert ist es, auch mal zu Weinen. Zu Zerbrechen. Abzugeben, was einen bedrückt. Völlig aufzugeben und alles dem zu überlassen, der uns vollkommen in seinen Armen hält. Wir müssen nicht immer stark sein und alles unter unserer Kontrolle haben – wir dürfen auch einfach mal weinen.
Für Gott ist Weinen alles andere als ein Fremdwort, Er selbst verheißt, dass Er uns jede Träne abwischen wird (Offenbarung 21,4).
Es wird immer Zeiten der Krise geben und es ist okay, nicht stark zu sein. Wenn jemand zu seiner Verletzlichkeit steht – beweist das innere Stärke. Kein Mensch kann immer alles alleine tragen und das ist auch mit der Grund, warum wir einander brauchen. Wir stehen füreinander ein und helfen uns.
- Es ist wichtig, weinen zu können und Tränen zuzulassen
Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass belastende Hormone beim Weinen ausgeschwemmt werden und wir so aktiv Stress abbauen. Zudem werden Hormone, wie beispielsweise Oxytocin und Endorphine, freigesetzt, welche unsere Stimmung heben. Die Wissenschaft entdeckt lediglich, was Gott geschaffen hat – wie wunderbar ist das? Gott wollte, dass wir durch Tränen Stress abbauen, einen klareren Kopf bekommen und uns dann besser fühlen.
Er hat das nicht umsonst so geschaffen, denn Weinen ist wichtig und wir sollten uns nicht davon abhalten – es tut gut.
Oft ging es mir persönlich so, dass sich über Wochen oder sogar Monate hinweg Dinge in meinem Inneren angestaut haben und ich darüber nie wirklich geredet habe, ich musste ja schließlich “stark” sein – so dachte ich. Doch mit der Zeit war es so viel, dass ich nicht anders konnte, als darunter zu zerbrechen und zu weinen. Es wurde mir alles zuviel und ich konnte nicht anders, ich brauchte es zu weinen und diese Dinge so zu verarbeiten.
Es ist nett gemeint, wenn mir gesagt wird, ich solle nicht weinen, doch eigentlich ist es nur auf kurze Sicht ein Trost, eine Ermunterung – denn wir brauchen es zu weinen und so auch bewusst unsere Sorge, unsere Last, bei Jesus abzulegen… Ihm zu überlassen.
- Akzeptiere, dass die Vergangenheit vergangen bleibt
Oh ja, ich tue mich schwer damit, Vergangenes vergangen zu lassen und es ist ein scheinbar ewig-andauernder Prozess, der für uns unbedingt notwendig ist. Ich bin schnell dabei, Dinge zu bereuen und ich durfte lernen auch das loszulassen und aus der Vergangenheit zu lernen, ohne mich ständig noch schuldig zu fühlen.
Ich kann die Vergangenheit nicht ändern, aber ich kann meine Einstellung ihr gegenüber ändern – wie kann ich also Vergangenes vergangen sein lassen?
Ich denke das erste ist, zu akzeptieren, dass Dinge schiefgelaufen sind und ich diese nicht ändern kann. Dann versuche ich das Beste aus diesen Dingen zu lernen und mich so für die Zukunft vorzubereiten. Ich habe nur noch die Lektion der Vergangenheit im Blick und nicht mehr meine Reue, mein Gefühl der Schuld.
Loslassen, sich selbst nicht fertig zu machen wegen Dingen, die man bereut – das ist wichtig und hilfreich. Ich bin nie “gut genug” aber ich strebe nach Heiligkeit, nach mehr Reinheit.
- Lass dich nicht deiner Freude berauben
Wir haben in Christus Grund zur Freude an Ihm, unserem Herrn. Paulus schreibt in Philipper 4,4 davon, dass wir uns im Herrn freuen sollen. Unmittelbar davor und danach wird von Streit, Uneinigkeit und Sorgen geschrieben und dieser Vers ist eingepackt in diesen unbequemen Umständen – wir sollen uns in Jesus freuen.
Egal wie schlimm der Kampf, wie hart die Schlacht – in Jesus liegt unsere Freude, in Ihm sind wir sicher geborgen.
Ich finde es erschreckend und gleichzeitig erleuchtend zu sehen, wie oft wir versucht sind uns nicht in Jesus zu freuen – wie oft der Feind es versucht uns in Undankbarkeit zu ziehen und wir dadurch unsere Freude in Jesus verlieren. Egal, wie es aussieht – in Jesus können und sollen wir uns freuen. Unser Ziel ist sicher, Er wird uns dorthin bringen. Unsere Freude ist christuszentriert.
Wenn alles gut läuft und wir uns in Umständen wiederfinden, in denen wir sehr glücklich sind, dann ist es nicht schwer, Freude auszustrahlen, aber gerade in Zeiten der Krise, wenn es stressig wird, ist das eines der schwersten Dinge.
Wenn du Fragen hast oder einfach nur Ermutigung brauchst… dann fühl’ dich frei mir eine kurze Mail / DM auf Instagram zu schreiben 🙂
Alles Liebe,
Deine Carolin
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