“Glaube” ist für mich eines der schwierigsten Worte, wenn es darum geht, es zu definieren, zu konkretisieren. Was heißt es, was bedeutet es zu glauben und wie passt Glauben und Leben zusammen?
Zuerst möchte ich versuchen zu definieren, was Glaube ansich für mich bedeutet…
Glaube ist das Für-wahr-halten von Dingen, Ereignissen und Aussagen, die ich nicht konkret nachprüfen oder oft auch nicht mal verstehen kann. Es ist das Vertrauen auf eine Aussage, die ich für wahr erachte und oft damit einhergehend ist das Vertrauen in eine Person. (Hebräer 11,1)
Hier muss ich deutlich eine Linie zwischen einem menschlich-natürlichen Glauben und einem göttlich-übernatürlichen Glauben ziehen.
Menschlich-natürlicher Glaube, nicht rettender und begrenzter Glaube, ist überall zu finden. Wir vertrauen zum Beispiel darauf, dass eine Brücke hält, wenn wir diese befahren, ohne die Erbauer oder den Konstrukteur zu kennen. Wir glauben sozusagen daran, dass alles gut werden wird – das ist für uns oft selbstverständlich und natürlich. Nicht nur einer Brücke schenken wir unser Vertrauen, sondern auch einem Restaurant, ohne den Koch zu kennen, einem Auto, ohne den Designer und technischen Manager zu kennen… all diese Dinge sind für uns absolut normal und wir denken nicht darüber nach, es ist menschlich-natürlicher Glaube.
Göttlich-übernatürlicher Glaube hingegen geht weit über unsere materiell-erfahrbare Welt. Geistliche Wahrheiten zu begreifen und diese zu glauben übersteigt unsere Vorstellung und unser Vermögen daran zu glauben, weil es himmlische Dinge sind.
Warum aber ist diese Art von Glaube “göttlich-übernatürlich”…? Zum einen, weil dieser Glaube nur von Gott geschenkt werden kann und zum anderen, weil es über unser natürliches Sein hinausgeht.
Das mag vielleicht zuerst etwas abstrakt und zu theoretisch klingen, doch wer an Jesus glaubt und wen der Geist Gottes in die Wahrheit geführt hat, begreift ansatzweise, wie herrlich Jesus ist und dieser Glaube, dieses Vertrauen, diese innige Beziehung zu Jesus, ist nicht in Worte zu fassen… es sprengt unseren begrenzten Rahmen des Verstandes und auch des Gefühls.
Geistliche Wahrheiten sind so viel tiefer, so viel weiter und so viel kostbarer und herrlicher, als irgendein irdischer Fakt, eine wissenschaftliche Theorie oder eine Ausarbeitung menschlicher Intelligenz.
Nun, was bedeutet es aber zu glauben?
“Ich versuche, so gut ich kann, meinen menschlichen Glauben zu erhalten und auf Gott auszurichten” oder “Ich setze alles dafür ein, im Glauben zu leben” oder auch “Ich strenge mich an, meinen Glauben aufzubauen” sind alles Aussagen und Einstellungen, die an dem vorbeigehen, was Jesus eigentlich in uns anfangen möchte…
So sehr ich mich auch anstrenge und so sehr ich auch alles dafür gebe, werde ich niemals einen rettenden Glauben aufbauen können, wenn dieser mir nicht von Gott geschenkt wird.
“Denn euch ist es in Bezug auf Christus geschenkt worden, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden, …” Philipper 1,29
Hier geht es in erster Linie um das Leid, das wir als Christen wegen unseres Glaubens erfahren, aber dennoch steckt hierin eine tiefe Wahrheit in Bezug auf den Glauben selbst, denn “euch ist es … geschenkt worden … an ihn zu glauben”.
“Denn durch die Gnade seid ihr errettet, mittels des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, auf daß niemand sich rühme.” Epheser 2, 8-9
Sobald Gott mir Glauben schenkt, sobald Er dies in mich legt, kann ich glauben – dann ist das ein rettender Glaube. Auf der anderen Seite ist genauso wahr: Ohne, dass Gott etwas in mir tut, ohne Gottes souveränes Eingreifen, werde ich niemals glauben können und mein kleiner menschlicher Glaube wird nie ausreichen, um mich zu retten.
Gott schenkt uns den Glauben, den Er in uns sehen möchte, wozu? – zum Preise Seiner Herrlichkeit, weil Er sich dazu entschieden hat, mich zu lieben und mir deshalb Glauben schenkte. (Philipper 2,13 + Epheser 1,5-6 + 12-14)
Ich glaube, weil Er mich erwählte. Ich glaube, weil Gottes Liebe über mich ausgeschüttet wurde und ich Sein bin. (Epheser 1,4 + 11 + Johannes 6,44 + Römer 5,5 + 8,29-30 + 9,15-18 + 1. Petrus 2,9 etc.)
Gott schenkt den Glauben, wir bauen diesen Glauben praktisch aus… in der vollkommenen Abhängigkeit zu Jesus, in der Abhängigkeit Seiner Gnade. Mein Fokus ist auf IHN ausgerichtet und ich genieße in diesem das Leben, in vollen Zügen. Denn es ist das Leben, das Er mir geschenkt hat, es ist die Freiheit, zu der ich befreit wurde. (Galater 5,1)
„Der Gerechte wird aus Glauben leben.“ (Römer 1,17)
Mein persönlicher Glaube wirkt sich sichtbar in meinem Leben aus. Was ich tief in mir glaube, wirkt sich unbedingt auf mein Denken, Reden und Handeln aus. Deshalb ist es nicht irrelevant, was ich persönlich glaube.
Der Schreiber des Hebräerbriefes stellt im elften Kapitel eine Reihe von alttestamentlichen Gläubigen vor. Er kommt hierbei zu folgendem Ergebnis, wie sie überhaupt geglaubt haben und so zu den “Glaubenshelden” wurden. Sie alle wandelten, wie auch wir, im Hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens (Hebräer 12,1-2) und das ist die richtige – Jesus gegenüber würdige – Ausrichtung meines Lebens.
Ausgerichtet auf Jesus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens.
Ich persönlich liebe diese Wahrheiten so sehr und ich möchte immer mehr begreifen und verstehen, wer Jesus ist, wie Er ist und wie sich Seine Herrlichkeit zeigt… mein Leben – Jesus.
Sei lieb gegrüßt,
Deine Carolin
Abonniere meine Seite & du bekommst alle Neuigkeiten mit
Hinterlasse einen Kommentar