Bedürftig

“Gott zeigt Dir erst, wie bedürftig Du bist, bevor er dir deine Bedürftigkeit stillt…”

Nachdem ich das gehört hatte, brannte sich dieser Satz bei mir ein.

Es stimmt sooo sehr.

Bin ich mir meiner Bedürftigkeit nicht bewusst, kann Jesus mir zwar all die Bedürftigkeit stillen, ich werde aber nicht in der Lage sein, ihm dafür zu danken.

Jesus hat mir sehr deutlich gemacht, wie sündig ich bin, wie sehr ich Rettung nötig habe und in diesem Sinne, wie rettungsbedürftig ich bin. Es war so gut und so richtig, dass Jesus mir das gezeigt hat. Hätte er das nicht getan, wäre ich mir meiner Sündhaftigkeit nicht bewusst gewesen. Es hat in mir eine Sehnsucht nach Heiligkeit ausgelöst , weil ich sooo unheilig und untreu bin.

Nachdem Er mir die Not gezeigt hat, mir bewusst gemacht hat, wie gerecht sein Gericht über meine Sünde wäre und wie sehr ich Rettung nötig habe, hat Er mich fest gemacht in seiner Gnade und ließ mich erkennen, dass mir alles vergeben ist.

So hat Er mir meine Bedürftigkeit nach Rettung und Rechtfertigung gestillt.

Warum ist mir diese Argumentation wichtig?

…weil ich erst letztens erkannt habe, wie sehr man das Stillen der Bedürftigkeit genießt und dafür dankbar ist, wenn man zuerst unter der Bedürftigkeit gelitten hat und es nicht einfach war, damit zu leben.

Es gab eine Zeit, in der mein Herz unruhig und aufgewühlt war. Ich konnte nicht einfach sagen, ich wäre ruhig, weil mein Herz so aufgewühlt war. Es war nicht einfach, ich habe viel nachgedacht und versucht das irgendwie aufzulösen, meine Bedürftigkeit irgendwie abzudecken oder gar zu stillen… bis ich dahin gekommen bin zu sagen: Herr, ich schaffe das nicht. Ich kann das nicht tragen. Es ist zu schwer, ich zerbreche unter dieser Last und die Situation, in der ich stehe, kann ich nicht selbst irgendwie auflösen.

Das war der Ort meines Zustandes, wo Jesus mich haben wollte. Ich habe aufgegeben zu kämpfen für etwas, das ich nicht gewinnen kann, weil ich Mensch bin und begrenzt bin in meinen Fähigkeiten. Er hat mich dann ruhig gemacht – einfach so. Er hat mich an die Wahrheit seines Wortes erinnert, an das Versprechen, dass Er immer bei mir sein wird, an die Wahrheit dessen, was ich schon erlebt habe und wie gut Er schon zu mir war. Ich bin ruhig geworden, mein Herz ist zur Ruhe gekommen – in Ihm.

Wie kostbar, wie wunderbar herrlich ist es, wenn Jesus die Bedürftigkeit stillt, von der ich zuerst nicht einmal wusste? Wie herrlich ist Jesus bitte, wenn Er mir meine Sorge nimmt, unter der ich gelitten habe? Er ist sooo liebevoll.

Jesus geht mit mir den ganzen Weg, er nimmt keine Abkürzung mit mir, sondern führt mich jeden einzelnen Schritt… auch wenn es weh tut, auch wenn es hart wird. Aber es ist gut so. Er ist gut. Er ist treu. Er ist gerecht und unglaublich liebevoll.

Umwieviel mehr kann ich einfach nur dankbar sein, weil Er mir meine Bedürftigkeit gestillt hat und stillen wird?

Umwieviel mehr jubelt und tanzt mein Herz, wenn ich sehe, wie treu und wie liebevoll er ist und dass Er hält, was Er verspricht?

Jesus hat mir meine Sünde gezeigt, bevor Er mir seine Vergebung großgemacht hat.

Jesus hat mir meine Ungerechtigkeit aufgezeigt, bevor Er mir deutlich gemacht hat, dass ich in ihm gerechtfertigt bin (1.Korinther 1, 30).

Jesus hat mir meine Rebellion und meine Feindschaft ihm gegenüber gezeigt, bevor Er mir seine Vergebung und Versöhnung offenbarte (2.Korinther 5, 19).

Jesus hat mir meine Schuld gezeigt, bevor Er sich mir als Gottes vollkommenes Lamm darstellte, das Sühnung bringt (Johannes 1, 29).

Jesus hat mir meine Unheiligkeit gezeigt, bevor Er mir klarmachte, dass ich vor dem Vater völlig makellos dastehe, weil Er vollkommen heilig ist und ich seine Gerechtigkeit habe, nicht meine eigene (Philipper 3, 9).

Jesus hat mir meine Fehler gezeigt, bevor Er mir deutlich machte, dass Er mich wunderbar gemacht hat und es okay ist, Fehler zu haben… er mich genauso liebt, mit meinem Charakter (Jesaja 43, 1+4).

Jesus hat mir meine Versuchungen vor Augen geführt und meinen Hang zur Sünde, bevor Er mir zeigte, dass Er für all das schon gestorben ist – mehr noch, Er ist auferstanden.

Jesus hat mir meine Angst und meine Sorge in dieser Welt gezeigt, bevor Er mich verstehen lassen hat, dass Er diese Welt überwunden hat (Johannes 16, 33) und ich selbst diese Welt schon überwunden habe (1.Johannes 5, 4).

Jesus hat mir meine Ungenügsamkeit gezeigt, bevor Er mir offenbarte, dass Er allein wirklich genug ist.

Jesus hat mir nicht zuletzt gezeigt, wie ich in Sorge und meinen eigenen Gedanken versinken kann, wie mich das aufwühlen und unruhig werden lassen kann… bevor Er mein Herz in sich zur Ruhe gebracht hat (Matthäus 11, 28-29).

Und hier stehe ich… in dem Raum seiner Gnade über meinen Zustand. In dem Raum seiner Liebe gegenüber mir. An dem Ort seines Erbarmens. Ich genieße seine warme, herzliche Umarmung, geistlich gesprochen, die ich haben darf durch seine Wahrheit, die Er mir offenbart durch seinen Geist. Ich brauche es so sehr. Wie würdig ist Er bitte, angebetet zu werden…?

zum Preise Seiner Herrlichkeit…

Carolin

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